Mit 24 Teilnehmern gut besucht war der Jukuren-Lehrgang, der am Sonntag, den 29. September im Kamener Dojo stattfand. Die Leitung hatten Meister Fritz Nöpel und Sensei Martin Nienhaus. Das Thema des Lehrgangs lautete: „Wie liest man eine Kata?“

Zu Beginn hielt der Meister ein Mondo ab. Nach einigen Hinweisen zur Ausführung der Kata und der Bunkai erläuterte er detailliert die Unterschiede zwischen den einzelnen Katas. Dabei ging es zunächst um die geschichtliche Entwicklung in drei Stufen von China über Okinawa nach Japan. In diesem Zusammenhang wies der Meister noch einmal auf den großen Einfluss Chinas hin. Anschließend wurde die Einteilung der Kata in folgende Kategorien erläutert: Fukyu Kata, Tensho und Sanchin, Hakuzuru no Kata, Baiburen no Kata und Jukuren no Kata. Die Charakteristika dieser Gruppen wurden ebenso besprochen wie ihre Entstehungsgeschichte. 

Was das richtige Lesen der Kata angeht, so gilt es folgende Aspekte zu beachten.: das Schrittdiagramm, welches das korrekte Laufen auf den Grundlinien vorgibt; die fünf Elemente und die fünf Tiere mit ihren jeweiligen Ausprägungen; die Shingi; die Geschichten zu den Katas; die Zuordnung der Farben gelb und grün zu den Katas.

 

Foto: Mondo mit Meister Fritz Nöpel

 

Ein weiterer Punkt des Mondos waren Hinweise für Jukuren. Der Meister besprach ausführlich, wie aus dem  korrekten Zusammenspiel von Stand, Verteidigung, Konter Zielrichtung, Distanz und Abschluss eine effektive Selbstverteidigung entsteht. Zu diesem Punkt gehörten auch die rechtliche Seite der Selbstverteidigung sowie die eigenen Erfahrungen des Meisters mit Selbstverteidigungssituationen im Ausland. In einer Verteidigungssituation muss jede Technik überzeugend sein und man darf sich keine Fehler leisten. Das Wissen um die hochempfindlichen Körperstellen ebenso wie Schnelligkeit, Genauigkeit und Gemeinheit sind entscheidend. Wichtig ist außerdem, dass man Kontrolle hat, das heißt, man darf nicht mit Ärger oder Wut kämpfen, sondern muss einen leeren Kopf haben, so wie es die Tiere machen.

 

Im Anschluss an das Mondo übernahm Martin. Nach anfänglichen Übungen zur Lockerung stellte er verschiedene Atemübungen aus dem Qi Gong vor. Mit ihren typisch chinesischen bildhaften Namen, so zum Beispiel „Auf einem Boot in der Mitte eines Sees paddeln“, „Mit einem Ball am Strand spielen“ oder „Den Mond anschauen“, wirken die Übungen nicht nur auf der körperlichen sondern auch auf der mentalen Ebene. Martin demonstrierte, wie die Übungen zur Lockerung, zur Kontrolle des Atems aber auch zur Kräftigung genutzt werden können.

 

Nach der Mittagspause

 

Martin           Jukuren No Kata

                    Ablauf und Bunkai

Martin demonstrierte den Ablauf der Kata in einzelnen Sequenzen, die auch alle im Bunkai erarbeitet wurden, so dass zu jeder Bewegung bei den Teilnehmern eine Vorstellung davon entstand, wie das gezeigte Prinzip anzuwenden ist. Wie schon am Vormittag wies er noch einmal darauf hin, dass der kämpferische Aspekt im Vordergrund steht, aber es ebenso wichtig ist, sich die Bewegungen auch körperlich und energetisch zu erarbeiten. Hierzu stellte er auf der einen Seite die gezielte Kräftigung mit Hilfe der Übungen vor und zeigte noch einmal, wie sich die Übungen durch die Herausnahme der Kraft andererseits auch als Energieübung ausführen lassen. Hierbei sollten sich die Teilnehmer zum leichteren Einstieg in die Materie zunächst an der Atmung orientieren. Gerade die Jukuren erhalten als „Erfahrene in der Kampfkunst“ durch die Kata eine Übungsform, die den Übenden in seiner Gesundheit auf vielfältige Weise unterstützt.

Meister Nöpel zeigte im Verlauf des Nachmittags noch einige für ihn wichtige Punkte bei den einzelnen Bewegungsformen auf. Die Teilnehmer bekamen dadurch an diesem Tag einen besonderen Einblick in die Ideen der beiden Meister, wie sie die Kata und ihre tiefen Inhalte für sich selbst kämpferisch und gesundheitlich nutzen können.

Zum Abschluss den Nachmittags machte Meister Nöpel noch einmal darauf aufmerksam, wie wichtig die korrekte Selbstverteidigung ist, und ließ dazu häufige Angriffe üben und abwehren. Dabei legte er großen Wert auf den Unterschied zwischen Bunkai und SV und erklärte, dass die Analyse einer Bewegungssequenz etwas anderes ist als deren Umsetzung in die realistische Selbstverteidigung. Das eine schafft Wissen und Verständnis, das andere klärt eine bedrohliche Auseinandersetzung.

Für viele Teilnehmer ging dieser spannende Lehrgang zu schnell vorüber und sie hätten gerne noch weitergemacht. Aber auch so rauchten ihnen die Köpfe und sie haben einiges neu einordnen können und nun genug Inhalt, den es zu trainieren und umzusetzen gilt.

 

Am Montag, den 08. Juli fand beim Karate Do Club Kamen / Bergkamen e.V. eine Kyu-Grad-Prüfung statt. Folgende Karatekas waren angetreten: 

Helene Assmann,

Lisa Maria Lohmann,

Tatjana Middendorf,

René Schilling, 

Alea Uhing,

Iva Zrakic,

jeweils zum 8. Kyu sowie

Anatoli Loukidis zum 6. Kyu.

 

Die Karateschüler zeigten ihr Können in den verschiedenen Disziplinen unserer Stilrichtung, des Yuishinkan Goju Ryu Karate Do.

 

Die Prüfer Felix Lehmann und Alexander Hakenesch waren mit den gezeigten Leistungen zufrieden, so dass alle ihre neue Urkunde mit nach Hause nehmen konnten.

 

Herzlichen Glückwunsch!

 

Die erfolgreichen Prüflinge.

Trotz der hohen Temperaturen von über 30° Celsius hatten sich die unentwegten Karatekas aus Kamen und befreundeten Vereinen am 30. Juni zum Sonntagslehrgang eingefunden, der von Felix Lehman, 4. Dan, durchgeführt wurde. Thema war die Kata Shisoshin.

Beim anfänglichen Aufwärmen ging es unter anderem um die Abhärtung der „Waffen“. 

Felix ließ dann die Kata erarbeiten, indem er direkt mit der Bunkai anfing. D.h., die einzelnen Techniken bzw. Seqenzen wurden zunächst jeweils mit dem Partner und dann an der Pratze geübt. Das Arbeiten an der Pratze ist unerlässlich, wenn man eine Rückmeldung darüber erhalten will, ob die eigenen Techniken im Ernstfall auch funktionieren würden. Hierbei wies Felix immer wieder auf wichtige Bewegungsprinzipien hin, so etwa, dass es keinen Unterschied machen soll, ob man eine Technik mit rechts oder mit links schlägt. An Techniken wurden zum Beispiel geübt: Gyaku Zuki, Mawashi Empi Uchi, Hiraken, Gyaku Hiji Ate, Teisho Uchi Mae Geri, Jodan Empi Uchi, Ude bzw. Haito Uchi, Ushiro Jodan Zuki, Empi Uchi nach hinten.

Felix stellte einige interessante Bunkai-Möglichkeiten vor, bei denen vor allem mit Angriffen zum Kopf oder Hals gearbeitet wurde. 

Im Anschluss wurde die Kata sequenzweise gelaufen, wobei man die zuvor analysierte Bunkai im Kopf behalten sollte. 

Den Abschluss des Lehrgangs bildete ein Gespräch über die Kata. Hier ging es unter anderem um die Unterschiede zur Sepai und um die Geschichte der vier Richtungen.

 

Anwendung aus der Kata