Statt Sylvesterböller krachende Zukis. Die Karatekas des KKB e.V. sowie zahlreiche Trainierende aus befreundeten Vereinen hatten sich am Sonntagmorgen in der Turnhalle des Kamener Gymnasiums eingefunden um das Kagami Biraki zu begehen. Mit fast 50 Teilnehmern war das Dojo voll.

Mit einer Schweigeminute wurde vor Beginn des Trainings des kürzlich verstorbenen Karatekas Rainer Rönne gedacht.

Bei dem auch als Wintertraining bekannten Kagami Biraki handelt es sich um eine alte japanische Tradition aus der Zeit der Samurai, mit der das neue Jahr begrüßt wurde. Innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens muss bei dieser besonders harten Form des Trainings eine große Anzahl an Karatetechniken und Konditionsübungen absolviert werden.

Wie schon in den Jahren zuvor standen wieder 1000 Mae Geris, 1000 Zukis, 250 Udetate und 250 Haras auf dem Programm. Als Alternative zu den Mae Geris konnte der Tokaido Walk mit den Cattle Bells gelaufen werden.

Das Kagami Biraki bietet jedem die Gelegenheit, nicht nur den Stand der eigenen Kondition sondern auch Willensstärke und Durchhaltevermögen zu überprüfen.

Im Anschluss an die schweißtreibenden Übungen konnten die Karatekas sich bei Erbsensuppe, Kaffee, Kuchen und Sake stärken.

Es ist jedes Jahr wieder ein gutes Gefühl, wenn man den Kampf gegen sich selbst bestanden hat. Jetzt kann das neue Karatejahr beginnen!

 

 



Am Sonntag, den 5. November fand im Kamener Dojo ein Jukuren-Lehrgang mit Axel Koschorreck, 6. Dan, Renshi statt.

Thema war das Shu-Ha-Ri.

Im theoretischen Teil erläuterte Axel den Begriff. Shu-Ha-Ri steht für die verschiedenen Stufen in der Entwicklung eines Karateka:
Das Erlernen des Karate-Do beginnt mit dem Shu, der Grundschule. In dieser Phase ist das Karate trainerorientiert, das heißt, man versucht das, was der Trainer vorgibt, genau umzusetzen.
In der nächsten Stufe, dem Ha oder der Formschule, ist das Training partnerorientiert. Hierzu gehören zum Beispiel die Kumite Ura und Nage Waza.
Schließlich erreicht man das Ri, die Wegschule. Hier erfolgt eine individuelle Orientierung. Das Karate wird dem eigenen Können und den eigenen Erkenntnissen angepasst.
In der Wegschule wirkt das Karate-Do über das Dojo hinaus, so dass man auch im Alltag Verhaltensweisen wie Höflichkeit und Respekt zeigt.


Im praktischen Teil des Lehrgangs ging es zunächst an die Jukuren No Kata.
Axel zeigte den Ablauf und gab Erläuterungen. Diese Kata eignet sich gut für die Wegschule, also zur individuellen Anpassung.
Als nächstes wurden Stände geübt. Axel kam es darauf an, dass man ein Gespür dafür entwickelt, wann man gut steht, ohne dass der Trainer darauf hinweisen muss.
Jeder muss zu seinem eigenen richtigen Stand finden.

Partnerübungen in der Nahdistanz  waren ein weiterer Schwerpunkt.
Hier ging es darum, wie man sich in der Nahdistanz richtig bewegt.
Das Halten des Gleichgewichts bzw. das Brechen des Gleichgewichts des Gegners wurde ebenso geübt wie die Wahl der richtigen Techniken.
Axel wies darauf hin, dass das Arbeiten in dieser Nähe nicht nur ein hohes technisches Können erfordert sondern auch ein großes Vertrauen in den Partner.

Alle diese Übungen sollten im Sinne der Wegschule ausgeführt werden. Außerdem sollte man sich mehr auf das Ju konzentrieren ohne das Go zu vernachlässigen.
Dies bedeutet, dass aus einer lockeren und entspannten, dabei aber aufmerksamen Haltung die plötzliche Abgabe einer Technik erfolgt  und man danach sofort wieder locker und entspannt ist.
Zum Abschluss des Lehrgangs gab Axel noch Hinweise zur korrekten Ausführung der Kata San Chin.





































Quelle: Fritz Nöpel/Martin Nienhaus: Jukuren Kampfkunst der Erfahrenen, Düsseldorf 2007 im Selbstverlag

 

Ein Stilrichtungslehrgang mit Alf Lehmann, 5. Dan, fand am Sonntag, den 29.Oktober in Kamen statt.
Rund 20 Karateka aus dem Oberstufenbereich nahmen teil.

Thema des Lehrgangs waren Kombinationsabläufe.

In einer kurzen theoretischen Einführung erläuterte Alf, was unter dem Begriff zu verstehen ist und worauf es bei Kombinationsabläufen vor allem ankommt.
Nach einer individuellen Aufwärmphase ging es dann schon los mit den Übungen. Den Anfang machte eine Zenkutsu Dachi Kombination aus dem Grundschulbereich.
Hierbei sollte auf das Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung geachtet werden.
Die Partner beobachteten sich gegenseitig und übten anschließend die Anwendung der Kombination.
Nach dem gleichen Prinzip wurde dann mit zunehmend komplexeren Kombinationsabläufen verfahren.
So wurden zum Beispiel die Kleine Kata Nr. 2 und eine Kombination im Sanchin Dachi mit Kake Uke und Ren Zuki und anschließender Beintechnik trainiert. 
Bei der letzten Kombination sollte zum Abschluss ein Echtzeitgefüge hergestellt werden.
In der Gruppe wurden einige häufig vorkommende Fehler diskutiert, so etwa wenn die Techniken zu abgehackt ausgeführt werden oder die Bewegung der Arme und Beine entkoppelt ist.
Zum Ende des ersten Teils des Lehrgangs wurde an den Pratzen geübt.

Nach der Pause ging es zunächst mit den Pratzen weiter.
Hierbei erklärte Alf noch den Unterschied zwischen arretierten  und nicht arretierten Schlägen.
Anschließend standen Kombinationsabläufe aus den Kata Geki Sai Dai Ichi, Saifa, Seeinchin, San Se Ru und Se San auf dem Programm.
Die Anwendung dieser Abläufe wurde mit dem Partner erprobt und in der Gruppe vorgestellt. Es ergaben sich verschiedene interessante Möglichkeiten.

Den letzten Teil des Lehrgangs bildete die Selbstverteidigung.
Alf wies eindringlich darauf hin, dass ein echter Überfall nicht mit der Situation im Dojo zu vergleichen ist.
Zur Verdeutlichung wurden einige Situationen aus dem Alltag gespielt, etwa wenn man am Bahnsteig von mehreren Leuten angegriffen wird.
Es stellte sich heraus, wie schwierig es ist, solche Situationen annähernd realistisch darzustellen.
Alf gab Hinweise darauf, welches Verhalten und welche Techniken bei einem Überfall hilfreich sein können.


Wieder einmal ein gelungener Lehrgang, bei dem zahlreiche Erkenntnisse mitgenommen werden konnten.