Wie gewohnt fand in den großen Ferien beim KKB e.V. wieder das Sommertraining statt, das sich speziell an die Oberstufe richtet. Dieses Jahr gab es etwas Besonderes. Nach dem Prinzip der Trainerrotation wurde jeder Trainingsabend von einem anderen Schwarzgurt geleitet. Dadurch ergab sich eine große Vielfalt an Themen:

Den Anfang machte Jürgen Beuerlein mit der 9-Block-Form nach Martin Nienhaus. Weiter ging es mit Michaela Loukidis. Sie ließ Basics wie Kata Umpo, Stände und Kihon Ido sowie Selbstverteidigung im Kreis üben. Die nächste Trainingseinheit übernahm Waldemar Duda. Sein Schwerpunkt waren unter anderem die 4 Kleinen Kata und die Kata Sesan. Bei Heike Buck gab es die 12 Fäuste und bei Andreas Kärting Kata no nage. Markus Swobotta ließ Techniken mit den offenen Händen trainieren. Edith Suttorp hatte sich die Kumite Ura 1 bis 12 ausgesucht. Der nächste Trainingsabend mit Manfred Kliesch hatte Übungen zur Standfestigkeit, Kihon Ido, Kumite Ura und die Kata Sanchin zum Inhalt. Markus Knopp legte seinen Schwerpunkt auf die Selbstverteidigung unter dem Aspekt des Bestehens gegen einen  körperlich überlegenen Gegner. Bei Alexander Hakanesch stand „Parkplatz-Karate“ auf dem Programm, d.h. es wurde draußen vor der Halle in der ungewohnten Umgebung und in Straßenkleidung trainiert. Kihon und Kihon Ido, Pratzentraining sowie Partnerübungen zum Flow waren Thema bei Felix Lehmann. Den letzten Trainingsabend  leitete Manuela Schäfer mit Tritten in allen Varianten.

Als Abschluss des Sommertrainings gab es am 19. August einen Grillabend, bei dem noch ausgiebig über das Gelernte diskutiert wurde.

Ein gelungenes Trainingskonzept mit abwechslungs- und lehrreichen Inhalten.



Kurz vor den Sommerferien gab es am Montag, den 4. Juli beim Karate-Do Club Kamen / Bergkamen noch eine Kyu-Prüfung.

Anna-Katharina Hög und Anke Straube, jeweils zum 8.Kyu, Elias Bauer, Semen Toncarin und Dominik Witkowski zum 7. Kyu sowie Bernd Murza zum 1. Kyu traten an. Die Nervosität war bei allen Prüflingen deutlich zu spüren, galt es doch vor den kritischen Blicken der beiden Prüfer Felix Lehmann und Michaela Loukidis zu bestehen. Auch zahlreiche Zuschauer – Familienangehörige, Freunde und Vereinskameraden und sogar Vereinschef Christian Winkler - begutachteten die Teilnehmer.

Die Prüflinge zeigten ihr Können in den Disziplinen Kihon Ido, Kata, Kihon Ippon Kumite und Yakusoku Kumite. Bernd Murza zeigte zusätzlich Kata Bunkai und Goshin-Jitzu-Kumite. Als letzter Prüfungspunkt musste noch ein schweißtreibendes Konditionsprogramm absolviert werden.

Die Teilnehmer waren gut vorbereitet und überzeugten die Prüfer mit ihren Leistungen, so dass alle bestanden und ihre neue Urkunde mit nach Hause nehmen konnten.

Herzlichen Glückwunsch!



Kihon-Ido:


Michaela Loukidis (Prüferin); Anna-Katharina Hög; Anke Straube; Semen Toncarin; Felix Lehmann (Prüfer); Elias Bauer; Bernd Murza; Dominik Witkowski (von links nach rechts)

Fritz Nöpel und Martin Niehaus boten am Sonntag, den 03.07  in Kamen einen Jukuren-Lehrgang an. Thema war die Selbstverteidigung.

 

Im theoretischen Teil erläuterte der Meister zunächst die Unterschiede zwischen dem Karate-Do in China, Okinawa und Japan. Er ging dann ein auf die Wichtigkeit der Kata und Kata Bunkai und gab Hinweise zur richtigen Einstellung zum Kämpfen: Für eine effektive Selbstverteidigung ist eine kurzzeitige hohe Aggressivität notwendig. Viele Karateka, selbst Schwarzgurte, sind dazu aber nicht in der Lage. Weiterhin erklärte der Meister die Begriffe Jissen und Goshin Jitsu und stellte dar, wie man durch Karate-Do seine Angst bewältigen kann. Schließlich ging es noch um den Unterschied zwischen Koushi, also den Späteinsteigern im Karate, und Jukuren, d.h. den Erfahrenen, die auf ungefähr 30 Jahre Karate zurückblicken können.

Im praktischen Teil wurden dann verschiedene Möglichkeiten der Selbstverteidigung geübt: Gegen einen Packangriff wurde eine Doppel-Abwehr durchgeführt, gefolgt von drei Techniken als Konter, wobei diese drei Techniken eine Auswahl aus den 12 Fäusten, bzw. den 12 offenen Händen sowie eine Kombination der Fäuste und offenen Hände sein sollten. Das gleiche wurde dann mit Mawashi Uke als Abwehr trainiert.

Nach der Pause stellte Sensei Nöpel  seine Techniken dar, die er sich im Laufe seiner 60 Jahre Karate  aus der großen Vielfalt zu eigen gemacht hat. Es ging dabei um seine bevorzugten Stände, Zielregionen, Abwehr- und Kontertechniken, Würfe, Griffe und Hebel sowie um seine Lieblingskatas. Der Meister betonte aber, dass jeder für sich zu den besten Techniken finden muss.  Im Anschluss übergab er an Martin Nienhaus, der mit den Teilnehmern Beweglichkeit und das Ineinanderfließen der Techniken übte: Ausgehend von neun aufeinander folgenden Abwehrtechniken (Ude) im Stand wurden diese Bewegungen dann mit dem Partner erprobt. Nach und nach wurden zusätzliche Konterbewegungen mit eingebaut. Dann wurde an diese Abfolge noch die Mawashi Uke mit Übernahme angebaut. Dieses wurde dann noch gesteigert, indem man die ganze Sequenz flüssig mit dem Partner hin und her und mit Armwechsel üben sollte.

Eine anspruchsvolle Übung zum „Flow“ bei den Bewegungen.


Partnerübungen


Hanshi Fritz Nöpel und Renshi Martin Nienhaus erläutern die korrekte Anwendung